Frühling in Frankfurt? Zeit für Apfelwein! Die Geschichte und die besten Lokale

Sobald die ersten Sonnenstrahlen über den Main blinzeln und die Temperaturen steigen, zieht es die Frankfurterinnen und Frankfurter wieder in die Apfelweinlokale der Stadt. Bei einem kühlen „Schoppe“ im Freien sitzen, den Blick auf blühende Kastanienbäume richten und das Leben genießen – was gibt es Schöneres?
Doch Apfelwein ist in Frankfurt weit mehr als nur ein erfrischendes Getränk. Er ist Kulturgut, Identitätsstifter und seit Jahrhunderten ein fester Bestandteil des städtischen Lebens. Erfahren Sie hier, wie das Kultgetränk Frankfurt geprägt hat – und wo Sie es heute in bester Qualität genießen können.
Ein Schluck Geschichte: Wie der Apfelwein nach Frankfurt kam
Wussten Sie, dass die Wurzeln des Frankfurter Apfelweins bis ins Mittelalter zurückreichen? Bereits im 16. Jahrhundert wurde das Getränk in der Region populär – aus einer Not heraus. Weil Reblaus und Klima dem Weinbau zunehmend zusetzten, begannen die Menschen, auf Äpfel umzusteigen. Der Apfelwein war geboren – günstig herzustellen, haltbar und mit einem angenehm herben Geschmack, der schnell zum Liebling der Region wurde.
Vor allem in den Stadtteilen Sachsenhausen, Bornheim und Seckbach entwickelten sich zahlreiche Keltereien und Gaststätten, die den Apfelwein nicht nur ausschenkten, sondern auch zum Herzstück geselliger Zusammenkünfte machten. Die berühmten Bembel (Tonkrüge) und Gerippten (gläserne Trinkgefäße mit Rautenmuster) gehören bis heute zum festen Inventar jeder Apfelweinstube.
Tradition trifft Lebensfreude: Wo Sie den besten Apfelwein genießen können
In Frankfurt gibt es unzählige Lokale, die Apfelwein servieren – von urigen Traditionswirtschaften bis zu modernen Interpretationen mit kreativer Küche. Hier einige unserer Tipps für den Frühling:
Apfelwein Wagner (Sachsenhausen): Ein echter Klassiker unter den Frankfurter Apfelweinlokalen. Hier wird’s gesellig, authentisch und laut – wie es sich gehört. Der hausgemachte Apfelwein ist trocken, der Service herzlich, direkt, und der Handkäs mit Musik ein Muss.
Zur Sonne (Bornheim): Ein echter Geheimtipp im „lustigen Dorf“ Bornheim. Im gemütlichen Innenhof unter alten Bäumen lässt sich der Frühling bei einem Glas Apfelwein besonders gut begrüßen. Auch das Essen überzeugt: bodenständig, regional, lecker.
Kanonesteppel (Sachsenhausen): Rustikal, charmant und eine Institution in Sachen Apfelweinkultur. Der Kanonesteppel bietet nicht nur hervorragenden Schoppen, sondern auch eine beeindruckende Auswahl an Frankfurter Spezialitäten – perfekt für einen ausgedehnten Abend mit Freunden.
Apfelwein heute: Zwischen Tradition und Trend
Längst hat der Apfelwein auch ein modernes Comeback erlebt. Junge Keltereien wie Possmann experimentieren mit neuen Sorten – mal spritziger, mal fruchtiger –, und auch in der Frankfurter Barszene taucht Apfelwein in spannenden Cocktails wieder auf.
Trotz aller Innovation bleibt eines gleich: Apfelwein bringt Menschen zusammen. Ob bei der „Ebbelwoi“-Wirtschaft ums Eck, beim Picknick im Günthersburgpark oder beim Spaziergang entlang des Mains – wir finden: Der Schoppen gehört einfach dazu!
Unser Fazit:
Frankfurt ohne Apfelwein? Kaum vorstellbar. Er ist ein Symbol für Geselligkeit, ein Stück gelebte Geschichte – und gerade im Frühling der perfekte Begleiter für entspannte Stunden in der Stadt.
Also, worauf warten Sie noch? Schnappen Sie sich einen Platz im Freien, heben Sie das Gerippte – und stoßen Sie auf den Frühling an. Prost!